Tafel 12: Fashion & Style im alten Rom

GK 12 Latein

Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium Schneeberg

Der römische Mann. 1

1. Kleidung: 1

2. Schuhwerk: 3

3. Schmuck: 3

4. Die Frisuren: 4

5. Die männliche Toilette: 4

6. Neue Berufe: 5

7. Arten des Zeitvertreibs: 5

8. Die Thermen: 5

Die römische Frau. 5

1. Haare und Frisuren. 5

2. Kleidung. 7

3. Kosmetik. 7

4. Kopfbedeckung. 8

5. Schmuck. 8

6. Stoffe und Farben. 8

7. Körperpflege. 9

 

Der römische Mann

1. Kleidung:

Die Kleidung war abhängig vom sozialen Rang des Mannes - er war einer strikten Hierarchie unterworfen, die ihm das Tragen bestimmter Kleidung untersagte und ihn verpflichtete, andere Kleidungsstücke anzulegen. Das Kleidungsstück des römischen Mannes, dem die bürgerlichen Rechte zuerkannt wurden, war die TOGA. Sie bestand aus einem weiten Stück Stoff weißer Wolle in Form eines Halbkreises. Zum üblichen Anlegen legte man sie auf die linke Schulter, führte sie an der rechten Achsel vorbei, erreichte wieder die linke Schulter und ließ den restlichen Stoff nach hinten fallen, dadurch wirkte sie wie eine Art Mantel, der um den Körper gewickelt wurde, anstatt lose hinunterzufallen. Dabei mussten die Falten der Toga bereits am Abend vorher sorgfältig angeordnet werden, damit sie beim Anziehen nicht zerknittert wurde. Um diese Arbeit kümmerte sich ein Sklave, der auch seinem Herrn beim Anlegen der Toga half. Die Toga stellte auch die offizielle Bekleidung eines römischen Mannes dar, die er anlegen musste, wenn er ein öffentliches Amt ausübte. Erkennungsmerkmal dieser war die Verzierung mit einem violetten Streifen.

Die weiße Toga wurde "pura" oder "virilis" genannt, da sie nur von Erwachsenen (ab 17 Jahre) getragen werden durfte. Überraschenderweise wurde die Toga jedoch im Alltag nicht gerne getragen, da sie durch ihre Farbe leicht verschmutzte und es schwierig war, sie würdevoll zu tragen, da vieles von der richtigen Anordnung der komplizierten Drapierung abhing.

Auch entstanden während der verschiedenen Epochen unterschiedliche Schnitte der Toga, z.B.:

- die republikanische Toga, "exigua" genannt:

Dieses Stoffstück ähnelte stark einem Umhang; er wurde so um den Körper gelegt, dass ein eng anliegendes Kleidungsstück entstand; auch gab es eine "toga pulla", die von dunklerer Farbe war und die man in Trauerzeiten trug.

- die kaiserzeitliche Toga:

Eine weitere, längere Toga mit einer großzügigen Drapierung; für diese Toga benötigte man viel mehr Stoff, außerdem war es schwieriger sie anzulegen: so brauchte z.B. ein 1.80m großer Mann für eine solche Toga ein Stück Stoff von 5m Länge.

- eine weitere Form aus der Kaiserzeit ist die "toga praetexta":

Sie war mit einer Borte aus Purpur versehen und wurde getragen von Jugendlichen, Magistraten und einigen Priestern.

- ebenfalls gab es eine ganz besondere Art eine Toga zu tragen, den sogenannten "cinctus gabinus", der nur den Priestern vorbehalten blieb, die in den Lagern Opferhandlungen durchführten:

Hier wurde die Toga, nachdem sie unter dem rechten Arm durchgeführt wurde, wie ein Gürtel um die Brust gewunden, wobei die Arme frei blieben; auch wurde oft der Saum der Toga als Kopfbedeckung verwendet, was hauptsächlich unter den Priestern verbreitet war.

Unter der Toga trug der römische Mann ein sehr schlichtes Gewand namens TUNICA, welche jedes Bevölkerungsmitglied tragen durfte:

Sie war ebenfalls aus haferbreifarbener Wolle gefertigt, bestand aus 2 rechteckigen Teilen, die an den Schultern verbunden wurden und meistens bis auf die Knie herabfielen. Es waren ungenähte Kleidungsstücke, deren außerordentliche Breite einfache Ärmel formte, daneben gab es aber auch geschneiderte mit angenähten Ärmeln. Es gab auch eine längere Version, die jedoch wohlhabenden Bürgern vorbehalten war, wobei jedoch der hintere Teil bis zu den Waden reichte.

Die Tunica wurde in der Taille durch einen Gürtel gehalten - sie ohne Gürtel zu tragen widersprach dem guten Benehmen. Dabei diente eine Tunica aus Leinen ("interior") als Unterhemd.

Die häufigste Verzierung der Tunica war ein Purpurstreifen ("clavus"), der die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Status anzeigte. Senatoren trugen die "tunica laticlavia", die mit einer breiteren Purpurbordüre versehen war, während die Adligen die "tunica angusticlavia" bevorzugten, die einen schmaleren Purpurstreifen aufwies.

Normalerweise trug der Römer die Tunica im Haus. Im 3. Jh. n. Chr. kam die Mode auf, langärmlige Tunicae zu tragen - früher galt solch ein Kleidungsstück als Zeichen von Weiblichkeit. Diese langärmligen Tunicae stellen wahrscheinlich eine Anlehnung an die orientalische Mode dar. Auch verbreitete sich das Tragen langer, an den Beinen anliegender Hosen.

Auch wurde in der Antike die Toga nicht direkt über der Tunica getragen, sondern über dem "subligar":

Dieser bestand aus wollenen Stoffstreifen, die so um die Hüften gebunden wurden, dass ein Zipfel zwischen den Schenkeln hindurchführte, womit die Schamteile bedeckt wurden.

Weiterhin gab es noch den Umhang. Diesen trug man(n) über der Tunica, aber niemals über der Toga. Er konnte von allen benutzt werden, außer von den Sklaven. Im 4. Jh. wurde er auch von Senatoren übernommen.

Es gab 4 Arten dieser Umhänge:

1. "pallium": Ein weniger weiter und nicht doppelt gelegter Umhang, bei dem der Saum im Gegensatz zur Toga nach vorne fiel; er ersetzte in der Kaiserzeit die Toga, weil:

- er leichter anzulegen war

- er eine freie Bewegung ermöglichte

- wurde getragen von Philosophen u. Christen, da er dem Orient entstammte.

2. "cucullus": Ein schwerer Winterumhang mit Kapuze

3. "paenula": Ein weites Stück Stoff mit einer Öffnung in der Mitte, durch die man den Kopf stecken konnte und die es erlaubte, den Umhang ohne Schnallen geschlossen zu halten; sollte gegen schlechtes Wetter schützen; wurde vom einfachen Bürger als Togaersatz getragen.

4. "caracalla": Ein schwerer Umhang mit Kapuze, der bis zu den Füßen reichte.

2. Schuhwerk:

Es gab weder Winter- noch Sommerschuhe, weder Tages- noch Abendschuhe, die einzige Differenzierung bestand zwischen Haus- und Straßenschuhen.

Man unterschied zwischen 3 Schuharten:

1. "soleae": Eine Art Sandale, welche als Hausschuh benutzt wurde; sie wurde von dünnen Lederbändern gehalten, die auch zwischen den Zehen hindurch geführt werden konnten.

2. "socci": Eine Art Pantoffeln, die ebenfalls als Hausschuh benutzt wurden.

3. "calcei": Die eigentlichen Schuhe des römischen Bürgers; wurden zur Toga getragen; bestanden aus Lederstreifen, die durch eine mit einer Schnalle geschmückten Lederzunge zusammengehalten wurde.

Neben diesen 3 geläufigsten Schuharten gab es auch noch einfachere Modelle:

"pero": Sie waren die Vorläufer unserer Stiefel und bestanden aus einem nicht bearbeiteten Stück Leder, das um den Fuß gewickelt wurde.

"caliga": Sie galt als Sandale der Soldaten.

Auch gab es noch die Holzschuhe der Sklaven und Bauern.

3. Schmuck:

Als einziger Schmuck des römischen Mannes galt der Fingerring. Die ursprüngliche Bedeutung dieser Ringe lag darin, dass sie die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Familie symbolisierten.

Während der Zeit der römischen Republik führten die Freien einen Siegelring am Ringfinger der linken Hand, der nur ihnen vorbehalten war, wobei der Abdruck des Ringes der heutigen Unterschrift entsprach. In der nachfolgenden Zeit erfolgte eine Änderung der Symbolik des Ringes. Während der Kaiserzeit war der Ring nur ein luxuriöses Schmuckstück, wobei seine ursprüngliche Bedeutung verloren ging.

4. Die Frisuren:

Ursprünglich ließ man die Bart- und Kopfhaare frei wachsen, später (~2.Jh.v.Chr.) erfolgte die Rasur des Bartes und das Schneiden der Haare beim Barbier ("tonsor"), welches die Anlaufstelle eines jeden römischen Mannes am Tagesbeginn war. Grund für den Besuch beim Barbier war die schlechte Qualität römischer Rasierwerkzeuge. Außerdem war es die "Klatsch- und Tratsch-Zentrale" der römischen Gemeinde. Für die Enthaarung wurden verschiedene Methoden vom Barbier angewandt:

Man verwendete einen Umschlag ("dropax"), den man in verschiedene harzartige Wachse tauchte.

Zum anderen verwendete man Pinzetten ("forcipes aduncae"), wobei diese Prozedur sehr schmerzhaft schien.

3.Jh.v.Chr. - 2.Jh.v.Chr.:

Bis zum Alter von 40 Jahren wurde der Bart kurz, klein und sehr gepflegt      getragen oder aber auch glattrasiert; mit den ersten weißen Haaren erfolgte eine komplette Rasur.

Normalerweise trug der römische Mann die Haare kurz, außer er trauerte bzw. war ein Heranwachsender oder ein Luxussklave

Eine Änderung der Mode trat mit Kaiser Hadrian ein: Man ließ den Bart wieder wachsen, was auf den Einfluss des griechischen Ostens zurückzuführen war.

Unter Kaiser Konstantin griff man auf die Rasur zurück, was bis zum Ende der Kaiserzeit beibehalten wurde.

Eine Gruppe für sich stellten die Jugendlichen dar, welche voller Hoffnung waren. Denn diese ließen sich ihre Haare in Locken legen und benutzten sehr viel Parfum.

Die Sklaven waren prinzipiell kahl geschoren, bis sich dies im 2.Jh. auch als Mode unter den Freien verbreitete.

5. Die männliche Toilette:

Sie bestand zum einen aus der täglichen Rasur und einer gründlichen Körperpflege.

Als kosmetische Artikel wurden vom Mann verwendet: Zahnpulver, Deodorants, Augenwasser, Mundwasser und Öle, seltener auch Schminke.

Statt der Anwendung von Seife, bevorzugte man(n) das Einreiben der Haut mit Öl oder Sand. Nach der Einreibung verwendete man die "strigilis" (welche aus Metall, rauem Gewebe mit Bimsstein bzw. Ton bestand) zum Abrieb dieser Produkte. Die "sapo" ein Produkt aus Fett und Pflanzenasche, war eines der ersten Haarfärbemittel, wurde später aber auch zur Reinigung benutzt. Cäsar ließ sich tägl. die Haare schneiden und rasieren und ließ sich fast täglich enthaaren, was sich später in großen Gesellschaftskreisen verbreitete.

Wohlhabende Bürger schminkten sich mit Bleiweiß und einem Rouge aus Bleimennige, z.B.: Nero und seine zweite Frau Poppäa verwendeten beide im 1. Jahrhundert Bleiweiß als Schminke. Man muss aber dazu sagen, dass man damals noch nicht wusste, dass Blei extrem viele Giftstoffe enthält. So kam es bei vielen wohlhabenden zu Krankheitserscheinungen (Bsp.: Schwindelanfälle, Koliken, Gliederlähmungen und es konnte sogar bis zur Blindheit kommen). Auch stammt aus dieser Zeit der Begriff "blaues Blut", denn Blei verursachte auch Blutarmut und so hatten die wohlhabenden Bürger eine leicht bläulich gefärbte Haut.

Nachts legten sie eine Gesichtsmaske aus Eselsmilch und aus Teig auf, um ihre angegriffene Haut zu regenerieren.

6. Neue Berufe:

Nach und nach entstanden Gruppen von Fachleuten und spezialisierten Sklaven, die für die Pflege des Körpers verantwortlich waren:

-          "apsarius": Kleideraufsicht.

-          "tractor, unctor, aliptes": Waren eine Art Masseur, mussten aber auch ihre Kunden einreiben.

-          "alipilus": Die "Barbiere der Achseln".

-          "cosmetae": Sie waren für die Zubereitung der Schminke verantwortlich.

-          "seplasiarii": Die allerersten Kosmetikvertreter, d.h. sie verkauften Cremes,
Öle, usw.

-          "unguetarii": Sie waren für die Herstellung und Verkauf von Parfümen verantwortlich.

-          "aromatarii": Sie boten parfümierte o. medizinische Weine an.

7. Arten des Zeitvertreibs:

Die typischsten "Hobbys" der Römer waren körperliche Betätigungen, so zum Beispiel: Schwimmen, Gymnastik, Kampf, Ballspiele, Reiten, Wagen lenken, Theater Damals war der Tanz nicht so beliebt und wenn dann wurde er nur von Frauen, Jungen und Mädchen ausgeübt. Sehr häufig wurde der Tanz von Gesang begleitet. Außerdem galt der Tanz damals nicht als Zeitvertreib, sondern als Kunst.

8. Die Thermen:

Sie wurden zur Pflege von Körper und Geist geschaffen. Schon damals erkannte man die gesunde Wirkung von Wechselbädern, denn sehr oft nahmen die Römer abwechselnd warme und kalte Bäder und hielten sich dazwischen durch gymnastische Übungen körperlich fit.

Die römische Frau

1. Haare und Frisuren

"Überhaupt ist die Frisur von größter Wichtigkeit: mag eine Frau noch so sehr mit Gold, Kleidern, Juwelen und allem erdenklichen Schmuck herausgeputzt daherkommen - wenn sie ihre Haare vernachlässigt, bekommt sie doch ein ,schmucke Person!´ nicht zu hören." So wie Apuleius (Metamorphosen II 9,1-5) dachten viele Römer. Dementsprechend richtete sich die Damenwelt danach.

Die Frisuren der Frauen änderten sich im Laufe der Zeit und hingen vom Alter und dem sozialen Status ab. Die römische Frau trug die Haare nie kurz. Auf verschiedensten antiken Bildern war das konstante Merkmal der langen Haare deutlich sichtbar, die hochgesteckt, glattgezogen oder gelockt sein konnten, je nachdem, was die jeweilige Mode vorschrieb.

Ovid war anscheinend einer der ersten, die festgestellt haben, was heute jedem selbstverständlich ist: nicht jede Frisur passt zu jedem Gesicht. Deshalb empfiehlt er den Leserinnen seiner "ars amandi", sich bei der Wahl der richtigen Frisur von anderen beraten zu lassen. Zum schmalen Gesicht sollte die Frau beispielsweise die Haare lang und glatt mit einem Mittelscheitel tragen. Im Gegensatz dazu mussten beim rundlichen Gesicht die Ohren freigehalten werden und die Haare dazu aufwendig hochgesteckt. Am liebsten trugen die Frauen allerdings ihre Haare offen und vollgelockt oder mit geschmückten, dichtgeflochtenen Zöpfen. Auch ungeordnetes Haar konnte schön und ästhetisch aussehen, sofern es gekämmt war, denn darauf wurde damals, wie auch heute ganz besonderer Wert gelegt. Doch eines war allen Frisuren gemeinsam: sie zeugten von einer bemerkenswerten Vielfalt.

Zu republikanischer Zeit scheitelten die Frauen das Haar in der Mitte und banden einen Knoten im Nacken. Einige Frauen versuchten diese strenge Frisur durch Ponyfransen aufzulockern. Von jungen Mädchen wurde zum Teil auch ein Pferdeschwanz getragen. Im Laufe der Zeit (von Augustus bis Trajan) wurden die Frisuren jedoch immer komplizierter und kunstvoller. Man flocht nun zunächst das Haar, um es dann weiter in einen Knoten zu binden.

Man formte das Haar auch zu dauerhaften Locken, indem man einen hohlen, über glühenden Kohlen erhitzten Stab nahm, das sogenannte calamistrum, das einem Lockenstab glich. Und wenn man sich die Haare nach alter Art frisieren wollte, benutzten die Frauen einen discerniculum, eine Art moderner Kamm zum Kämmen eines Mittelscheitels.

Locken waren ein wichtiger Bestandteil der beliebten Hochfrisuren. Weiterhin wurden Nadeln mit eingearbeitet, die gleichzeitig Bestandteil des Schmuckes waren. So konnten sie aus Holz, Bronze, Silber, Gold oder gar Elfenbein bestehen und Figuren darstellen. Außerdem hielt man die Frisuren mit wollenen Bändern und Haarnetzen zusammen. Perücken und Haarteile nutzte man sowohl zur Unterstützung der (Hoch-) Frisuren als auch zum Verstecken von Haarmakeln. Die beliebten blonden Perücken wurden aus den abgeschnittenen Haaren gefangener Germaninnen hergestellt.

Wollte man keine Perücke aufsetzen, so konnte man bestimmte Haarfarben durch Färben erreichen. Als Färbemittel dienten hierbei besonders Mittel aus Nordeuropa wie Seifenkugeln oder "batavischer Schaum". Rotfärbung erreichte man durch Asche oder Hennapulver, das man aus Ägypten importierte. Selbst blau konnten die Haare gefärbt werden. Die beliebtesten Haarfarben waren allerdings schwarz und blond. Graue Haare wurden mit einer Paste aus Essig und zerstampften Blutegeln gefärbt. Die Methoden zur Haarfärbung waren nicht unbedingt unschädlich; in seinen Liebeselegien macht Ovid seiner Geliebten heftige Vorwürfe: „Immer wieder habe ich dir gesagt: Hör auf, deine Haare zu färben. Jetzt hast du kein einziges Haar mehr, das du färben kannst. Hättest du sie in Ruhe gelassen, was wäre voller gewesen als sie? Sie berührten fast das untere Ende der Hüften. Und wie fein waren sie...“ (Zit. in Rimmel, S.143)

Bei dieser Vielfalt der Frisuren ist es verständlich, dass in einem reichen Haushalt ein (oft) fest angestellter Friseur unverzichtbar war. Ebenfalls als helfende Hand beim Frisieren hatte jede wohlhabende Frau eine Sklavin als ornatrix (oder auch mehrere), die ihr auch beim Schminken beistand.

Die Haare und natürlich sich selbst unterstützten die Römerinnen durch Parfüm. Dabei waren schwere, würzige und süße Parfüms beliebt. Die Duftstoffe wurden aus dem Mittleren und Fernen Osten eingeführt und waren dementsprechend teuer. Die teuersten konnten bis zu 2 Denaren pro Gramm kosten, was etwa zwei Tageslöhnen eines Arbeiters entsprach. Parfüms enthielten oft folgende Duftstoffe: Arabischer Safran, Myrrhe, Narde, Rosen-, Henna- und Irisöl.

2. Kleidung

Auf den ersten Blick mag es scheinen, als seien die Römerinnen nicht einer so flüchtigen Erscheinung wie der Mode unterlegen gewesen, denn an Skulpturen, deren Entstehungsdaten bis zu dreihundert Jahren auseinanderliegen, kann man bezüglich der Kleidung kaum Unterschiede erkennen. In der Tat haben sich vermutlich Schnitt und Form der Kleider kaum geändert, vielmehr jedoch Struktur und Farbe der verwendeten Stoffe.

Zur Zeit der frühen Republik zeigte man als Frau außerhalb des Hauses nicht mehr von seinem Körper als heutzutage eine Nonne; C. Sulpicius Gallus ließ sich damals von seiner Frau scheiden, nur weil sie unbedecktem Hauptes unterwegs gewesen war.

In den ersten Jahrhunderten der Republik trugen die Frauen als Überhang den ricinium, einen einfachen quadratischen Umhang, der die Schultern und manchmal auch das Haupt bedeckte.

Später, unter Augustus, wurde dieser durch die palla ersetzt. Man wickelte dieses weite und weiche Gewand um die Schultern und zog es oft auch über den Kopf. Diese palla erinnert an einen sehr langen und breiten rechteckigen Schal, der bis zu den Knien reichte, und war bis zum 3. Jahrhundert in Mode; danach wurde sie kleiner getragen. Eine stola reichte bis auf den Boden. Die stola war eine lose fallende Tunika, welche in der Taille durch einen Gürtel gestrafft wurde und über welche die palla als eine Art Frauenmantel getragen wurde. In späterer Zeit wurde dieser Überwurf an der rechten Schulter mit einer verzierten Brosche (fibula) befestigt.

Während der Zeit der Republik wurde auch die toga von Frauen getragen; eigentlich Kleidungsstück für Männer und Jungen, galt sie in der frühen Kaiserzeit bei den Frauen als Kleidung der Dirnen. Römische Frauen, die eine Toga trugen, galten als verurteilte Ehebrecherinnen oder Prostituierte. Dieses war auch der Grund dafür, dass von Mädchen und angesehenen Frauen keine Toga getragen wurde.

Als Unterwäsche dienten ein weiches Lederband, das um die Brüste der Frau gebunden wurde (fascia oder strophium), sowie ein hemdartiger, ärmelloser Hänger (intusium).

Was die Farben anbetrifft, so scheinen dunkles Rosa und andere Töne zwischen Rot und Blau (Purpur, Violett) als besonders apart empfunden worden zu sein. Allgemein galt: helle Farben bei dunklem Teint, dunkle Farben bei hellem Teint.

Das Schuhwerk war bei Frauen und Männern identisch; Unterschiede waren höchstens in der Farbe erkennbar: die Schuhe der Frauen hatten lebhaftere Farben, während die Schuhe für Männer eher von bedeckter Farbe waren.

3. Kosmetik

Liest man in Ovids "Ars amatoria" das Kapitel über Make-up, so wird man zunächst erstaunt sein. Ein Drittel des Textes handelt tatsächlich von Make-up, zwei Drittel dagegen geben die unbedingte Weisung, den Männern keinesfalls Einblick in die Prozedur des Herrichtens zu geben. Deshalb kann man davon ausgehen, dass Schminken unter den Römerinnen aller Klassen (Ovid richtete sein Werk schließlich gerade nicht nur an die Oberschicht) weit verbreitet war. Bestimmte Sachen setzt Ovid als bekannt und unabdingbar voraus: Vorbeugen vor Schweißgeruch, das Waschen des Gesichts am Morgen und eine einfache Form der Zahnpflege.

Nach der Haarpflege folgte das, was wir heute Schminken nennen würden, was jedoch, genau genommen, eine Art Malerei darstellte. Die Römerin ist beim Schminken umgeben mit zahlreichen Flaschen, Dosen, Töpfen und Tiegeln, in denen verschiedenste Salben, Tinkturen und Pomaden aufbewahrt werden. Auch unterwegs können die Schminkutensilien aufbewahrt werden. Im sogenannten capsa, einem Schminkköfferchen, kann alles transportiert werden.

Die römischen Frauen versuchten ihre Haut möglichst weiß zu erhalten, denn gebräunte Haut galt als ordinär und zeigte, dass man draußen arbeiten musste. Um die Haut noch weißer erscheinen zu lassen verwendeten sie Kalkpuder oder weißes Blei. Für Wangen und Lippenrot verwendeten sie Puder aus Ocker, einem rötlichen Mineral. Die Römer wussten noch nicht, dass manche Kosmetika, wie Blei hoch giftig waren. Mit Ruß oder Malachitpulver tönten sie sich die Brauen schwarz und zogen die Umrisse der Augen nach.

Ein schöner, reiner Teint war eines der wichtigsten Schönheitsmerkmale. Die römischen Frauen benutzten Milch zur Reinigung des Gesichts, was als Mittel angesehen wurde, die Haut weicher werden zu lassen und die Falten zu vermindern; in diesem Zusammenhang ist die bekannte Angewohnheit zu erwähnen, in Eselsmilch zu baden.

Ü "cura dabit faciem" (frei: Sorgfalt macht das Gesicht erst schön)

4. Kopfbedeckung

Manchmal waren die Haare in großmaschigen Haarnetzen (reticulum) zusammengebunden und mit Goldeinsätzen verschönert. Traditionsgemäß mussten im allgemeinen die Haare der Frau bedeckt sein und durch Stoff- oder Wollbänder (vittae) gehalten werden. Ansonsten gab es eine Vielzahl von Schleiern, die von Frauen jeder sozialen Schicht benutzt werden konnten, unabhängig davon, ob sie ledig oder verheiratet waren. Sich ohne Kopfbedeckung in der Öffentlichkeit zu zeigen, wurde als Zeichen großer Schamlosigkeit erachtet.

5. Schmuck

Die Frauen schmückten ihr Haupt häufig mit prächtigen Diademen, wobei sie darauf achten mussten, dass die Frisur dem Gewicht standhielt. Verschiedenartig waren auch die weiblichen Schmuckstücke: die Römerinnen trugen Ringe, Spangen, mit Gold oder kostbaren Steinen geschmückte Bänder, die in die Haare geflochten wurden, Ohrringe, Armbänder und Ketten, die man sich auch ans Fußgelenk legte. Die Frauen trugen regelrechte Schätze mit sich herum, besonders betraf dies die Ohren, an denen meistens mehrere Ohrringe gleichzeitig hingen.

6. Stoffe und Farben

Natürlich gab es damals diese Verschiedenheit von Schnitten und Modellen nicht, wie wir sie heute gewohnt sind. Das Kleid der Frau unterschied sich weniger durch den Schnitt von der des Mannes, sondern durch aufwendige Stoffe und leuchtende Farben.

Statt Leinen und Wollgeweben, wurde Baumwolle und Seide aus dem Orient vorgezogen. Diese Stoffe waren nicht nur weicher und leichter, sondern waren auch geeigneter zum Färben.

Die Römerinnen passten die Kleiderfarben ihrer Hautfarbe an und stimmten sie untereinander sehr geschickt ab. Fächer aus Pfauenfedern und Sonnenschirme ergänzten dieses prunkvolle Bild.

7. Körperpflege

In den vorchristlichen Jahrhunderten war die römische Kultur einer ausgeprägten Körperpflege und der Verwendung von Parfüms eher negativ eingestellt.

Im Laufe der Zeit ( besonders unter griechischem Einfluss) entwickelte sich eine umfassende Badekultur -> viele Häuser hatten ihre eigenen Bäder, große Anzahl von öffentlichen Badeanstalten waren vorhanden.

Die meisten Frauen zogen es vor, ihre täglichen Bäder und die dazugehörige Körperpflege zu Hause vorzunehmen.

Die Bäder der reicheren Familien waren zur Zeit der Republik sehr klein: die Pflege des eigenen Körpers wurde vornehmlich als hygienische Maßnahme und nicht als ästhetisches Bedürfnis aufgefasst. Das Bad sollte vom Schweiß befreien, und so wusch man sich äußerst selten. Die Körperteile, die bei der Arbeit am ehesten schmutzig wurden (also Arme und Beine), wusch man täglich. Ein vollständiges Bad hingegen nahm man nur einmal die Woche. In der Kaiserzeit wurde das Bad, dank der Fülle von Thermalbädern, zur täglichen Gewohnheit.

 

Quellen:

-          Bertelsmann Lexikon-Verlag - Weltgeschichte (Band3: Rom und der Osten)

-          Nancy H. und Andrew Ramage, Römische Kunst von Romulus zu Konstantin, Köln 1999

-          Erich Lessing u.a., Pompeji, Italien 1996

-          Tim Cornell, John Matthews, Rom - Bildatlas der Weltkulturen, Augsburg 1998

-          Silvia Colombatt, S.P.Q.R. – Kultur und Faszination des antiken Rom, Stuttgart, 1997

-          Ludwig Wamser, Die Römer zwischen Alpen und Nordmeer, Rosenheim 2000

-          Internet: www.lateinforum.de